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das Geringſte dabei zu denken. Protegiren war ihre Luſt, aber ihre Protectionen nützten Keinem, weil ſie Jedem zu gut kamen. Kein Körnchen Bosheit ſteckte in ihr, aber auch kein Atom von Herzensgüte... Sie war die reine Negation aller hervorſtechenden Seelen⸗ gaben; ſo glatt behauen, ſo ecken⸗ und ſpitzenlos, daß 4 Pienand anzog, aber auch Niemand vor den Kopf ieß....
Ihr Geiſt war ganz von der flüchtigen, imponde⸗ rabeln Natur des Irrlichtes, das vor unſern Augen herumtänzelt. Vergeblich ſuchte die Vernunft ihn zu be⸗ taſten und zu begreifen. Man hörte ſie gern ſchwatzen, aber wenn ſie ſchwieg, hatte man Alles vergeſſen. Ihr Wort hinterließ keine Spur.
Kurz, es war ein liebenswürdiges Plappermäulchen, ohne Gedanken und leider auch ohne alles Herz und Gemüth.
Nirgends auf der ganzen Welt hätte ſich ihrer Rede nach, eine beſſere Mutter finden laſſen; ſie ſprach mit wahrer Salbung von den Pflichten der Aeltern ge⸗ gen ihre Kinder. Aber das hinderte nicht, daß Maria, Vicomteſſe von Varannes, ihre älteſte Tochter im Kloſter und Diana, Frau von Baulnes, ihre jüngſte, unter den Händen einer geiſtig total verkrüppelten Tante er⸗ zogen wurde.
Und trotz dem Allem mußte man Frau von Pont⸗ levau gern haben.
Neben der Mutter ſaß Frau von Varannes. Un⸗ ruhe, Trauer und Mattigkeit miſchten ſich auf ihrem reizenden Antlitz. Es ſchien, als ſuche ſie wen in der Menge. So oft die Bedienten einen neuen Ankömmling, meldeten, horchte ſie plötzlich auf, wenn aber der Name ausgeſprochen war, verſchleierte ſich ihr Blick wieder.
Nicht weit davon machte ihre Schweſter Diana die Honneurs des Hauſes.
Auch der erfahrenſte Kunſtverſtändige hätte ſie für eine unverheiratete Dame gehalten, in ſolcher Ju⸗


