ſeinen Sinnen nicht. Eine dunkle Wolke flog über ſein offenes, ehrliches Antlitz. „Der Poi at doch Recht gehabt!“ ſeufzte er.
12.. Der Brief.
Als Gaſton drei oder vier Schritte weit in das Innere der Werkſtatt vortrat, wichen ihm ſeine Kame⸗ raden mißtrauiſch und verächtlich aus, während der alte Potel dieſen vermeinten Räuber ſeiner geringen Erſpar⸗ niſſe mit den Blicken verſchlang. ggwar ſind die Trunkenbolde am Eheſten bei der Hand, Jeden, der in ſeiner Kleidung derangirt, oder durch irgend Etwas verſtört iſt, der Trunkenheit zu zeihen, als gäbe es keine andere Urſache ſolcher Erſcheinungen. Aber dießmal hätte ſich auch der Vorſichtigſte in Gaſton irren müſſen. Er ſah ganz ſo aus, als komme er direct aus der Kneipe.
Die ſonſt ſo weiße Stirn war röthlich gefleckt, die Haare klebten an den feuchten Schläfen, und der von oben bis unten geborſtene rechte Handſchuh ließ die dick⸗ geſchwollenen Adern der zitternden Finger durchſehen.
„Nun, Dragon, hab' ich Recht oder Unrecht? Haſt Du noch Luſt zu wetten?“ fragte Poiret mit triumphi⸗ rendem Blick auf Nazaire.
„Palot hat ein Bißchen zu tief ins Glas geguckt!“ meinte Cachard.
Fritz, Johannes, Nikolaus und die ganze Schar der Elſäßer gaben deßgleichen ihren Senf zu koſten.
Erſt jetzt gewahrte Gaſton ſeinen Aufzug. Er erröthete im ganzen Geſichte und mußte ſich auf eine Ziehbank niederlaſſen, um vor Schwindel nicht umzu⸗
fallen..


