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Heiße Thränen rannen über Gaſtons Wangen.. Aber ſie fielen auf einen Blühenden L Stein Die Fiber⸗ hibe vertrocknete ſie ſchnell..
und immer weiter ging ſein Lauf. Schon hatte er den ruhigen Boulevard, von wo aus man jetzt die Juli⸗ ſäule bemerkt, weit hinter ſich. Deßgleichen die volk⸗ reichen Gegenden des Chateau d'Eau und jene monu⸗ mentalen Pforten⸗ die in lateiniſcher Sprache den Schee⸗ renſchleifern des Quartiers Saint⸗Denis von Ludwig dem Großen erzählen.
Mit jedem ſeiner Schritte wurde das Getümmel der Lärm, die Pracht und Herrlichkeit größer. Er ſtand jetzt vor jener andern Säule, dem rieſigen Piedeſtal eines weltbeherrſchenden Ruhmes.
Immer träumeriſcher ward ihm, immer tiefer ver⸗ lor er ſich rückwärts in die verſchlungenen Pfade ſeiner jungen Jahre. Er überzählte die furchtbaren Scenen ſeiner Leiden, als wolle er ſich zu jenem Paroxysmus der Verzweiflung ſteigern, welche mit gefletſchten Zähnen und hölliſchem Gelächter gen Himmel blickt und wie Oreſtos ausrufz:„Dank Dir, ich bins zufrieden!“
Aber nein! Sein Zorn fand auf der Erde Beſchäftigung genug! Lebte nicht ſein und ſeiner Familie geſchworner Feind noch? Die Eltern im größten Elend geſtorben; Charlotte abweſend; Sancta zu niederer Handarbeit ver⸗ dammt, er ſelbſt bis i in den tiefſten Abgrund des geſellſchaft⸗ lichen Lebens verſtoßen; das Alles war ſein Werk! Das Werk eines Menſchen, der im Reichthum und Herrlich⸗ keit die geſtohlenen Güter verpraßte!!
Gaſton bebte vor Wuth. Er hatte den Böſewicht ſtets gemieden, weil er beim Anblick deſſelben den gewalt⸗ ſamen Ausbruch ſeiner Leidenſchaften fürchtete und ſeine Hände nicht in Blut tauchen wollte.
Oft in ſeinen ſieberhaften Nächten, wo er ſich ſchlaflos auf dem Lager hin und her wälzte, wo die Bruſt ihn brannte, die Zunge am Gaumen klebte


