Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1846)
Entstehung
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Mit ſehenden Augen fieht er nicht; gedankenlos ſtarrt er die wohlbekannten Häuſer auf beiden Seiten der Straßen an.

Endlich bleibt er ſtehen, das Atelier, in dem er arbeitet, zu ſuchen. Aber er iſt längſt darüber hinaus, die unabſehbare Reihe der Boulevards dehnt ſich vor ihm aus.

Dennoch eilt er fort, wie von böſen Geiſtern gejagt. Die Stirn glüht, das Auge flammt ihm. Mehr als Einer ſieht ihm nach und bemitleidet den armen Wahn⸗ ſinnigen.

Jetzt betritt er den Boulevard du Temple, die klaſſiſche Gegend bürgerlicher Feſtlichkeiten. Hier gibts mehr Säufer, als Wahnſinnige. Natürlich heißt's: er iſt betrunken!

Gaſton ſah und hörte Nichts. Er lief gedankenlos den geraden Weg weiter.

Und immer röther färbt ſich die Wange, immer heißer ſchießt das Blut durch die Adern, immer toller gährt es im Gehirn.... 4

Er ſucht das Bett, wo der Vater im Todeskampfe liegt. Er hörte ihn röchelnd von den Seinigen Ab⸗ ſchied nehmen und in Verzweiflung den Namen Weſtern rufen.... 4

Weſtern! Ach! der verheißene Retter war nie er⸗ ſchienen!

Er ſieht Polype, den ſchändlichen Wucherer, wie er die Mutter und die Schweſter, die weinend den Sarg des Vaters umſtehen, aus dem Hauſe verſtößt!

Er ſieht die Mutter, die geliebte Mutter, wie ſie der allzuſchweren Laſt den Leiden unterliegt.

Er ſieht Charlotten, das ſtets heiter, ewig lächelnde Kind, die fröhliche Gefährtin Sanctas bei ihrer ſtillen häuslichen Arbeit, der Troſt und die Hoffnung der gan⸗ zen Familie.... er ſieht ſie, wie ſie die Laſt des Elends von ſich abſchüttelt. Ach!.... Wo mag ſie leben? Wie mag es ihr gehen? Gedenkt ſie unſrer noch?