Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

231

wächſt, der kann ohne Gefahr dem weltlichen Glanze Trotz bieten. Dieſe Freuden waren nie die ſeinigen. Er ſieht Andere ſie genießen, ohne daß ihm der Mund darnach wäſſert.

Du aber, der perſönlich oder vermöge de Väter an dem glänzenden Leben der Welt Theil nahmſt, um dann in den Abgrund des Elends verſtoßen zu werden, Du, welchem der Engel mit dem Flammenſchwerte den Eintritt ins Paradies der Glücklichen verſagt, o hüte Dich, dem Lichte zu nahen, welches der Reichthum um ſich ausgießt! Bewahre Dir als Dein einziges und höchſtes Gut jenen Seelenſchlummer, in welchem Du die Erin⸗ nerung an das alte Glück verträumeſt. Ach, wenn Du aus dieſem Traume erwachſt, ſteht Dir eine furchtbare Erfahrung bevor. Du erkennſt die himmelhohe Schranke, die ſich zwiſchen Deiner Gegenwart und Deiner Ver⸗ gangenheit aufthürmt. Mit der Verzweiflung des Wüthen⸗ den rennſt Du gegen die Pforte dieſes Paradieſes, ſie zu ſprengen und ſinkeſt ohnmächtig an ihrer Schwelle

Armer Gaſton! Derſelbe Abend, welcher dieſen glücklichen Träumen Dich entreißt, bereichert Dich um eine zweite traurige Erfahrung!.... Nicht zufrieden, Dir die unermeßlichen Familiengüter, die Ehren und Wür⸗ den, welche jahrhundertelang von Vater auf Sohn ver⸗ erbten, kurz, das ganze Beſitzthum Deiner Ahnen ge⸗ raubt zu haben, nimmt man Dir das Letzte, was Dir noch blieb Deinen Namen!

Wie und wo find ich ihn, den ſchändlichen Dieb der um das Vermächtniß des ſterbenden Vaters mich betrügt? fragte ſich Gaſton....Gewiß iſt er reich und und ich bin arm. Sein Weg geht rechts, der meine links. Niemand ſtört ihn im Beſitze des geſtohlenen Gutes, während mir nicht einmal die Zeit bleibt, meine Ehre zu retten!

In ſolche Gedanken vertieft, geht oder richtiger läuft er weiter, denn das Fieber beflügelt ſeinen Schritt.

2