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5 Zelia und Mamſell Zulema auf die Empfehlung Be⸗ 6 belle's, ihrer Freundin, der Madame vorgeſtellt 6 wurde. 4 Hinter den fünfen ſchlich eine lange, blaſſe, gries⸗ — grämig ausſehende Geſtalt ins Zimmer. Es war Made⸗ moiſelle, eine Art weiblicher Aufſeherin, die in Ab⸗ weſenheit von Madame die Polizei handhabte. „Immer zu ſpät!“ zankte Mademoiſelle ärgerlich. „Sie bringen mich um allen meinen Gewinnſt!“ 2„Nur um zehn Minuten!“ bemerkte Zelia. „Ich wünſchte, Sie nähmen ſich Sancta zum Mu⸗ ſter!“ fing Madame Sorel an. „Sancta wird Alles verziehen!“ riefen die vier Mädchen im Chor.„Die kann ſich Alles erlauben.“ „Wüßte man nur,“ brummte Mamſell Modeſta, „was ſie zwiſchen fünf Uhr Abends und acht Uhr Mor⸗ gens thut!“ Was Mamſell Modeſta in derſelben Zeit that, wußte freilich Jedermann. Sancta arbeitete fort und antwortéte Nichts. „Hier iſt die neue Stickerin, Madame,“ hub Zelia an. Mignonne trat ſchüchtern zurück; worauf ſie von ihrer Schutzheiligen mir Nichts dir Nichts vorgeſchoben wurde.
„ Wollen den Verſuch machen,“ ſagte Madame zur
Mademoiſelle, nachdem ſie Mignonne eine Weile
prüfend angeſehen.„Sie werden mir ſagen, wie ſie
* arbeitet.“—
11*„Auf Verſuch,“ fügte Zulema erklärend hinzu,„das heißt: für fünfundzwanzig Sous den Tag. Wir Andern
bekommen vierzig... Wollen Sie das? Niemand zwingt
Sie dazu.“
1„Ich will den Verſuch machen,“ flüſterte Mignonne.
„Geſchwind denn an's Werk!“ rief Zulema luſtig
Parifer Liebſch. 1. 15


