Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1846)
Entstehung
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dern Stellen des Hofes war ein Gitterwerk angebracht, ſo daß es faſt ſchien, als habe ſich Romeo zum Mäzen eines gitterfabrizirenden Künſtlers aufgeworfen.

Sancta ging in den rechten Flügel des Hauſes, wohlgemerkt in den rechten. Als ſie in den Arbeitsſal eintrat, der rings mit Stickereien in ihren Stickrahmen behängt war, fand ſie Niemand, nicht einmal Madame.. Sie rückte ihren Sitz zurecht, nahm unter tiefen Seuf⸗ zern nochmals von Gaſton in Gedanken Abſchied, öffnete dann ihren Stickrahmen und begab ſich an die Arbeit.

Kaum hatte ſie einige Stiche gethan, als ein heller Schein auf ihre Hand ſiel. Er kam von dem gegen⸗ überliegenden Fenſter, welches die Stralen der Morgen⸗ ſonne zurückwarf. Unwillkürlich blickte Sancta von ihrer Arbeit auf und ſah hinter den halbgeöffneten Vor⸗ shängen das verklärte Antlitz Romeo's.

Erröthend ſah ſie nieder. Gleich darauf wurden die Gardinen zugemacht.

O, wie pochte Sancta's Herz! Nie hatte fie eine ſolche Unruhe empfunden; bald war ihr ſo leicht, ſo wohl zu Muth, bald wieder ſo ängſtlich, als würde ihr die Bruſt zugeſchnürt.

Sie verſuchte zu arbeiten, aber die Finger zitterten ihr auf dem Rahmen. Die Augen irrten unſtät über die verſchlungenen Zeichnungen hin und konnten ihren gewohnten Weg nicht finden.

Indeß war Madame in's Zimmer getreten. Sancta erbebte beim Geräuſch der Thüre, als fürchte ſie, der Purpur auf ihrer Stirn werde ihr Verbrechen entdecken. Um Alles in der Welt hätte ſie ihre glühendheiße Wange dem Blick der Madame gern entzogen, und doch ſchien es ihr, ſie müſſe ſich eben ſo ſehr durch ihr ſcheues Weſen ver⸗ 4 8 rathen.... 4 Unwillig ſah Madame Sorel die leeren Plätze und die müſſig an der Wand hängenden Stickereien. Es war eine Frau von etwa fünfunddreißig Jahren und ziemlich eleganter Kleidung. Ihre Geſichtszüge, weder