Bruder trauern ſah, vermochte Nichts mehr, ſie zu erheitern.
Gaſton verſchwieg Sancta aus mehreren Gründen die Urſache ſeiner Mißſtimmung, welche die geſunde Röthe von ſeinen Wangen verſcheucht hatte. Während des Zwiſchenaktes durchlief er das Foyer und die Kor⸗ ridore, ſich ängſtlich nach einem Gegenſtande umblickend,
den Sancta unmöglich errathen konnte.
3 Aber was er ſuchte, fand er nicht. Er war auf gut Glück hierhin und dorthin gegangen, hatte ſich bald dieſer, bald jener Gruppe genähert, durch den Schall irgend eines Namens angezogen, doch immer vergebens. Er horchte eine Weile, muſterte die Geſichter der Reihe nach mit einer Aufmerkſamkeit, die faſt an Unverſchämt⸗ heit gränzte, und ſetzte dann ſeinen Weg fort, zum großen Erſtaunen Sancta's.
Und wirklich hatte er ſich eine ſchwierige Aufgabe 1
geſtellt... Wie Etwas ſinden, das man nicht im Ge⸗ ringſten kennt?.. Wer weiß, ob er nicht dicht an ihm vorüberſtreifte?... Denn bekanntlich ſteht dem Menſchen ſein Namen nicht auf der Stirn geſchrieben!
Gaſton wußte dieß Alles, dennoch tröſtete er ſich mit thörichten Hoffnungen und fuhr im Suchen fort, bis ans Ende des Zwiſchenaktes.
Der ſchöne Marquis war die ganze Zeit über in der Loge der Frau von Varannes geblieben. Gaſton und er hätten ſich alſo nie begegnen können.
Gegen die Mitte des Ballets trat Herr Burot ins Parterre ein, mit dem nonchalanten Benehmen eines Stammgaſtes. Die trockenen, dürren Haare ſtanden weit von dem feuerrothen Geſichte ab, die Farbenpracht ſeiner Kleider verletzte das Auge, wie ein Mißton das Ohr; dabei ſah ein elaſtiſcher Mundſpitz hinten aus der Rock⸗ taſche hervor und ſchwankte luſtig hin und her.
Nachdem er mit jenem ehrenwerthen Theile des Publikums, der unter dem großen Lüſtre ſeine Reize auskramt, einige verbindliche Grüße gewechſelt hatte,
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