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Herzog ſauft bis vor die offene Thüre der Loge, in
welcher Sancta ſaß. „Kennen Sie die Dame?“ fragte er, auf Sancta deutend.
Der Herzog ſah ihn erſtaunt an.
„Jaã, Sie kennen ſie,“ fuhr Romeo trocken fort. „Ich ſehe es an Ihrem Staunen und Ihrer Bläſſe... Hören Sie mich, mein Herr. Ich bin jung und geſund, hoffe daher, noch lange zu keben.... So lange ich lebe, ſollen Sie dem jungen Mädchen kein Haar krümmen.“
„Iſt das eine Drohung, mein Herr?“ fragte der Herzog, ſich in die Bruſt werfend.
„Ja, mein Herr, eine Drohung!“ wiederholte Romeo, drehte ſich auf den Ferſen um nnd ließ den Herzog verblüfft in der Logethüre ſtehen.
Inzwiſchen war der Vorhang wieder aufgezogen wor⸗ den. Taglioni bezauberte Aller Blicke durch die Wunder ihres Tanzes; Alle hingen an dieſem idealen Weſen, halb Weib, halb Fee, das auf ſeinen gazenen Flügeln kaum den Boden berührte. Wer vermöchte zu beſchreiben, was ſie, die noch unlängſt uns entzückte, damals im Mai ihres Lebens war, als der Zanber der erſten Jugend ihre keuſchen Verführungskünſte unwiderſtehlich machte? Was mußte ſie damals ſein, als der erſte Beifall ihre jugendkräftigen Muskeln befeuerte, oder ihr Lächeln ſich an dem Duft der erſten Kränze berauſchte, wenn ſie jetzt noch, nach ſo langen Jahren, unbeſtritten als die erſte Tänzerin der Welt daſteht?
Trotz der reizenden Gemälde, welche die Sylphide vor den Augen des Geſchwiſterpaares entfaltete, war die
alte Lußt dahin; die Stunde des ungetrübten, wolken⸗
loſen Vergnügens entſchwunden. Sie hatte nur kurze Zeit gedauert!
Gaſton ließ betrübt den Kopf hängen. Grund genug für Sancta, der Freude Abſchied zu geben.
Es ſchien, als ſei ein bitterer Tropfen in den Kelch ihres beiderſeitigen Glückes gefallen. Seit ſie den


