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Es waren unſre fünf Sänger mit ihren Weibern, die ſchreiend, heulend, winſelnd in den Vorkeller ein⸗ taumelten.
Voran ſchritt der Matroſe mit rieſigem Sprach⸗ rohr, das er in ſein Schleihenmaul ſteckte, ſo oft er die Hörorgane auf eine barbariſche Weiſe martern wollte.
Kaum eingetreten, oder richtiger, eingeſchwankt, bildeten ſie ſich zu einer Runde und ſtimmten ein ohr⸗ und herzzerreißendes Potpourri an. Die Melone trillerte mit unglaublicher Kehlfertigkeit die famoſe Arie:
Stets im Trott,
Luſtig und flott, u. ſ. w., der Bär brummte in uniſonem Baß einen Chor aus der Veſtalin, der Truthahn deklamirte mit tragiſchem Pathos eine Stelle aus dem Theramenes, die Eule krächzte ihre ſchauerlichen Huhus in das diaboliſche Con⸗ cert und die Schleihe brüllte in ihr Sprachrohr den genialen Gaſſenhauer: Ach, wüßtet Ihr, Mama!
In dieſe entſetzlichen Bierbaßſtimmen quickten die fiſtelnden Diskante der fünf Weiber, deren jede eine andere Melodie ableierte. Es war, um aus der Haut zu fahren! So mörderiſch klang dieß Gejohl, daß ſogar der Wilde ſich in Verzweiflung die Ohren zuhielt.
Die zehn Muſikanten ſtanden vor der Treppe. Als Carmen und der Amerikaner, durch das bei der Ankunft unſrer Masken verurſachte Gedränge einen Augenblick aufgehalten, ſich den Weg zur Thüre bahnen wollten, bemerkte die Schleihe Weſtern. Gleich wurde ſie ſtill.
„Allgemeines Silentium!“ gebot ſie durch's
Sprachrohr.
Alle ſchwiegen, bis auf den Truthahn, der ſein Deklamationsſtück mit dem geiſtreichen, wohlklingenden Alexandriner beſchloß:
„Joſepin beut uns Stille; ſo hört Joſepin!“
Joſepin kletterte auf den Tiſch.
„In Reihe und Glied!“ ſchrie er.„Ich bemerkte den Inſulaner, mit dem ich im Garten die Lanze brach.“
Pariſer Liebſch. I. 3


