Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1846)
Entstehung
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Der diaboliſche Blick dieſes Weibes hatte ihn ganz be⸗ zaubert. Daſſelbe Weſen, das er in jedem andern Mo⸗ mente gleichgültig, argwöhniſch oder verächtlich ange⸗ ſehen hätte, flößte ihm in dieſer Stunde Unruhe, Scheu, Ehrerbietung, Bewunderung ein!

Carmen winkte einem Kellner, der gleich darauf zwei Weingläſer und ein Karaffe mit Kirſchengeiſt brachte.

Während Weſtern unter der Laſt ſeiner Gefühle zu erliegen drohte, ſchenkte Carmen in größter Seelenruhe den kräftigen Liqueur in die beiden Gläſer.

Auf unſre Geſundheit! ſagte ſie.

Weſtern nahm das Glas und leerte es auf Einen Schluck. Carmen berührte das ihrige kaum. Durch dieſe enorme Doſis Branntwein wie galvaniſirt, richtete ſich der Amerikaner auf und blickte um ſich, wie Einer, der plötzlich aus dem Schlafe erwacht. Sein Auge flammte, als es dem ſtralenden Lächeln Carmen's begegnete.

Ja, gewiß..., ja! rief er, die Hände faltend, Sie ſind ſchön!...

Die junge Frau ſchenkte ihm das zweite Glas ein. Weſtern trank nochmals.

Wo ſind wir? fragte er...Was ſeh' ich? Ein Irokoſe?... Und halbnackte Weiber, die in Wolken auf⸗ und abſteigen?... Wer ſind die Wei⸗ ber? Warum hat der Indianer nicht ſeinen gewöhnlichen

Und Sie auch? fragte Weſtern leiſe. CEine hohe Röthe überflog Carmen's edle Stirn. Langſam und traurig ſchüttelte ſie das Haupt. Ja; auch ich bin, wie dieſe Weiber!.... flü⸗ ſterte ſie. Die Augen des Amerikaners ſchoßen Flammen.