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Der Eigenthümer des Kellers wechſelte ſehr oft ſeinen Wilden Mann. Der gegenwärtige war von Sach⸗ kennern beſonders geſchätzt und hieß der Großhäupt⸗ ling, weil er zu zwei verſchiedenen Malen die Stimme erhoben hatte, um die Groͤße und Herrlichkeit ſeines Stammes zu befingen, wobei er nicht vergaß, allerhand ſeltſame und räthſelhafte, in Europa erlebte Abenteuer einzuflechten.....
Weſtern, der Carmen auf dem Fuß nachfolgte, ſah dieß Chaos, ohne das Geringſte darin zu unter⸗ ſcheiden; denn noch immer ſchwebte die Schöne aus⸗ ſchließlich vor ſeinen leiblichen und geiſtigen Augen. Vergebens bemühte er ſich, den räthſelhaften Einfluß dieſes Mädchens auf ihn zu erklären. Aber ohne den Zuſtand der geiſtigen Spannung, in welchen ihn die Neuheit des gewaltigen Schauſpiels verſetzt und dadurch gewiſſermaßen für die Einwirkung dieſer Scenen vorbe⸗ reitet hatte, wäre es ihr nicht ſo leicht gefallen, Herz und Sinne dieſes Purxitaners zu bethören.
Carmen hatte an einem leeren Tiſche Platz ge⸗ nommen. Weſtern ließ ſich neben ihr nieder und trock⸗ nete ſich die Schweißtropfen von der Stirne.
„Mir iſt nicht wohl...“, flüſterte er.„Aber ich will bleiben, wo ich bin... bei Ihnen.“
„Und ich bei Ihnen,“ ſagte ſie mit einem langen, erkünſtelt verbuhlten Blick auf ihn.
3 Der Amerikaner ſah verwirrt nieder. Seine Wan⸗ gen entfärbten ſich plötzlich und ein fieberhaftes Zittern
ſchüttelte alle ſeine Glieder. 4
9 ki ſchon Sie ſind!...“ ſtammelte er nach einer auſe.
Seine Augen blieben an den Boden geheftet, als habe er ſchon zu viel geſagt. Er fürchtete und ſchämte ſich. Was thut der Menſch nicht, wenn die Wuth der Leidenſchaft ihn packt? Hoch und heilig, wie ſie ihm erſchien, machte er ſie zu ſeinem Idol und ſtürzte ihr zu Füßen. Ort, Zeit, Umſtände, Alles war vergeſſen.


