Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1846)
Entstehung
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und ſich wie ein Flor zwiſchen das Auge und die Gegen⸗ ſtände legte. Ueberall Heiterkeit, Lärm und Thorheit; aber die Heiterkeit klang hier traurig, der Lärm prallte an den harten vier Wänden der unterirdiſchen Mauern unerbittlich zurück und die Thorheit ſchnürte Einem das Herz zuſammen. Es war wie ein Gelage in einer Gruft.

Alle Tiſche, bis auf einen oder zwei, die in dun⸗ keln, unbequemen Winkeln ſtanden, waren von Gäſten beſetzt; die Einen verkleidet, die Andern in bürgerlichen Koſtümen. Alle ließen ſich's vortrefflich ſchmecken und ſprachen dem Weine fleißig zu. Rings um die Tiſche marſchirte, je zwei zu zwei, eine ganze Armee derſelben ſchönen Weiber, die wir ſchon im Garten des Palais⸗ Royal bewunderten. Denn in den Abendſtunden gab das Palais⸗Royal ſeine zahlloſen Sirenen aus allen Poren von ſich. Es war dann wie ein ungeheurer Schwarm von Armiden, die, auf ihr Handwerk erpicht, wie Pilze aus dem Boden hervorſchießen, überall her⸗ umhuſchen und, gleich der ägyptiſchen Heuſchreckenplage, hinſtürzen, wo ihnen ein Plätzchen erübrigt, welche die Steinplatten der langen Galerien, den Sand des Gartens, das Pflaſter der benachbarten Straßen be⸗ decken und das Uebermaß ihrer heißhungrigen Menge in die Tauſende von Kämmerchen ablaſſen, welche mit all ihrer goldenen Pracht und Herrlichkeit, aber auch mit all ihrem namenloſen Jammer und Elend der Le⸗ viathan der Pariſer Proſtitution unter ſeinen ſteinernen Weichen verbirgt. Es gab hier welche für alle Arten des Geſchmackes, wie für alle Boͤrſen, und in ſo reicher Auswahl, daß ſelbſt die Herrn von der Polizei, die ſchmutzigen Hirten dieſer ſchmutzigen Heerde, ihre Zahl nicht anzugeben wußten.

Hier zogen ſie vorbei, Schar auf Schar, wie die Truppen bei einer Muſterung, einen Jeden auf gleiche Weiſe anlächelnd und aus allen Gläſern trinkend. Nur ſelten ließen ſie ſich nieder, denn Niemand ſchätzt den Werth der Zeit höher als dieſe Mädchen. Geduldig,