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ofe Bewegung machten ihn taub und ſchwindlich; das Lichtmeer blendete ihn. Sein puritaniſch⸗amerikaniſcher Stoizismus verlor ſich mehr und mehr bei den elektri⸗ ſchen Schlägen dieſer unbekannten Genüſſe; ſeine Phan⸗
ſie erhitzte ſich, ſein Blut rollte wärmer und ſchneller d die Adern.
Seitdem ſind mehr als achtzehn Jahre verfloſſen. Hüte dich, Leſer, die Treue unſeres Gemäldes nach der gegenwärtigen Beſchaffenheit jener eiſigen Nekropole*), die heute Palais⸗Royal heißt, bemeſſen zu wollen. Alles iſt jetzt todt.
Alles war lebendig damals; nur zu lebendig! Eine Ueberfülle an Jugend, ein Uebermaß im Leben trieb von Auaſihweifung zu Ausſchweifung, von Orgie zu
rgie.
Denn das Palais⸗Royal war damals noch immer der furchtbare Turnierplatz, wo aus allen fünf Welt⸗ theilen die irrenden Ritter des Vergnügens zuſammen⸗
floßen, ihre Lanzen zu brechen. Hier war unter freiem
Himmel die Hauptakademie der Venus Vulvivaga, wo ihre gelehrten Jüngerinnen im Laſter unterrichteten und über die Schande Vorleſungen hielten. Ihr hättet dieſe reizenden Sirenen ſehen ſollen, wie ſie den Garten, der recht eigentlich ihnen gehörte, nach allen Richtungen durchſtreiften und in der Tageshelle der Reverberen ihre üppigen Buſen mit Gepränge zur Schau trugen. Ja gewiß, ſie waren ſchön. Allabendlich kamen ſie, lächelnd und ſtolz auf ihren königlichen Schmuck, die Menge zu ihren Myſterien zu laden.
Ueberall aus dieſen Alleen und Galerien wehten Einem die Balſamgerüche künſtlicher Luſt entgegen. Hier war der blumenbeſtreute Kampfplatz ſchmutziger Gefechte; der Harem einer ganzen Welt; der ſchändliche aber prachtvolle Tempel, wo die Prieſterinnen der Venus opferten.
*) Nekropole, Todenſtadt. Nach der Analogie von Metropole gebildet. 3


