Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1846)
Entstehung
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Das Kind gehorchte auf der Stelle, ohne ringſte Mißtrauen zu bezeigen, als habe es die Gewa that des Herzogs längſt vergeſſen.

Der Fremde ging an der Rotunde vorüber.

Im nämlichen Augenblick ſchmetterten Trompeten von der Terraſſe herüber und röthete ſich die Halle im rauchigen Schein von zehn Fackeln, die draußen hin und her geſchwungen wurden. Es war eine Kaleſche mit Masken, die am Ende der Straße Vivienne hielt. Der Wagen, mit künſtlichen Blumen, Bändern und man⸗ chen andern Gegenſtänden faſchingsmäßig herausgeputzt, war mit ſechs Schimmeln beſpannt, über deren Kopf⸗ geſchirr ungeheure Federbüſchel wehten. Berittene Trom⸗ peter tummelten ihre Roſſe zu beiden Seiten der Kutſchen⸗ ſchläge. Ueberall wimmelte es von Masken, auf der vordern und hintern Bank, in der Mitte zwiſchen beiden, auf dem Bock, auf dem Bedientenſitz, ſogar auf den beiden Fußtritten.

Mehrere Sekunden lang dauerte das Trompeten⸗ geſchmetter und das Hin⸗ und Herſchwingen der Fackeln, daß die Funken weit über die Menge hinſprühten.

Ein Strom von Neugierigen hatte ſich dieſem Theile des Gartens zugewälzt; mit ihm auch der Fremde, welcher, um beſſer ſehen zu können, der Straße gegen⸗ über Poſto faßte. 8

Es entſtand eine kurze Stille; dann aber erbebte die Halle von wahnſinnigem Geheul und ohrzerreißenden Geſängen. Ein wahres Chaos von Flittergold, Blu⸗ men, Bändern, geſtreifter Leinwand, ſcharlachrothen Ge⸗ ſichtern, blauunterlaufenen Augen wogte daher. Vor der Gewalt des Gegenſtromes öffnete ſich das Gedränge und wich links und rechts auseinander.

Unter furchtbarem Hurrahgeſchrei ſtürzte eine Ge⸗ ſellſchaft von zehn Masken in den Garten. Es wa⸗ ren fünf Männer und fünf Frauen. Der übrige Theil der Bande hatte die Küchen der Drei Gebrüder Pro⸗ vengalen mit Sturm genommen.