Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1846)
Entstehung
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Länder und Zonen zuſammentreffen, jeder Gaſt auf größte Schonung und Verſchwiegenheit rechnen darf. Die Frem⸗

den gehen und kommen unbemerkt und unbeläſtigt durch

neugierige Blicke müſſiger Zuſchauer. Die Ankunft eines Nuſſen oder Perſers erregt hier eben ſo wenig Staunen, als in Boulogne⸗ſur⸗mer die Landung eines vierhundert⸗ pfündigen Engländers.

Unſer Fremder ging in den ſteinernen Galerien auf und ab. All die Wunder der Schönheit, welche jene weltberühmten Kurtiſanen, deren Gedächtniß Engländer und Amerikaner gewiſſenhaft fromm bewahren, vor ihm zur Schau trugen, hatten keinen Reiz für ihn. Er war augenſcheinlich ein Mann von reinen, ſtrengen Sitten, der in dieſem Meer üppiger Luſtbarkeiten nicht in ſeinem Elemente war. Zugleich ein Neuling, dem die abſtoßende Seite dieſer Verführungskünſte entgehen mußte, und der

keinen andern Schild hatte, als ſeine Schamhaftigkeit.

Unſere zweite Perſon ſchien um fünf oder ſechs Jahre jünger als die erſte. Sein Wuchs war hoch und breit. Man ſah von ſeiner Toilette Nichts als den un⸗ tern Theil der Stiefel, die hie und da leicht mit Schmutz befleckt waren, eine ſeltene Erſcheinung in Palais⸗Royal von 1826, wo zu beiden Seiten aller Eingänge glän⸗ zende Schuhputzerbuden prangten.

Der ganze übrige Theil ſeiner Kleidung verſchwand unter den Falten eines weiten Mantels ohne Kragen und Pelzwerk, deſſen rechter Schooß über die linke Schulter geworfen war und das untere Geſicht bedeckte.

Was man von dieſem Geſichte ſah, überraſchte und imponirte trotz der zu ſtark gebogenen Naſe und den buſchi⸗ gen, ſpitzgewölbten Brauen. Aus den dunkeln, tieflie⸗ genden Augen ſchoß ein kalter, aber lebhafter und ge⸗ bieteriſcher Blick hervor, der Abglanz einer ſtolzen, ehr⸗ geizigen, kraftvollen, unbeugſamen Seele. Ein breiter, niedriger Filzhut mit gekrümmten Rändern ging tief ins Geſicht und verdeckte die Form der Stirne..

Ungeachtet ſeines Anſcheines von ſtolzem Ernſte,

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