Druckschrift 
Gettysburg : Erzählung / von A. Ferrari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

193

ſich ſanft gegen den Ocean niederſenken, liegt, im Rücken durch hohen Fichtenwald gegen die Stürme geſchützt, eine freundliche einfache Villa. Reben umranken die Frontſeite des Hauſes, dichte Roſen ſprießen am Ab⸗ hang bis zum Strande und die linden Lüfte tragen den Duft empor unter das Dach der Veranda.* Un⸗ zählige buntbewimpelte Schiffe gleiten auf der klaren See, welche die Strahlen der ſcheidenden Sonne goldig zurückwirft.

Glück und Zufriedenheit wohnen in den Zügen jener Beiden, die dort oben auf der Veranda ſitzen.

Die junge Frau lehnt ihren Kopf an die Schulter des Mannes, deſſen Blick liebevoll bald auf ihr, bald auf dem blondlockigen Haupte des Kindes ruht, welches auf ihrem Schooße ſchlummert.

Heute ſind es ſechs Jahre, Robert, ſagte ſie,ſeit Du in Deutſchland Lebewohl mir ſagteſt, um in den Kampf zu ziehen, Lebewohl, wie ich kleinmüthig wähnte, für ewig! Gott im Himmel ſei Dank, der ſo gnädig unſern Pfad gelenkt, der weit über unſer Hoffen uns ein ſolches Erdenglück beſchert hat!

Seele des Menſchen, wie gleichſt du dem Waſſer, Schickſal des Menſchen, wie gleichſt du dem Wind! Wieder kommt der Herbſt in das Land, das rothe Laub

weht von den Bäumen. Leicht kräuſelt der Wind die Ferrari, Gettysburg. 13