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ihren Augen und dann durchſchauerte ihn eine Ahnung ihres Leidens. Er umgab ſie mit allen Annehmlich⸗ keiten, welche ſeine Verhältniſſe ihm geſtatteten. Er warb nach ſeinen beſten Kräften um ihr Herz auch in der Ehe, wie vor derſelben, aber erreicht wurde durch dieſe Anſtrengungen von beiden Seiten doch nur ein Daſein, von welchem die Leute ſagten:„Das iſt ein muſterhaftes Ehepaar.“
So konnte es kaum ein Unglück für Helene ge⸗ nannt werden, als nach zwei Jahren gleichmäßigen, pflichttreuen Lebens wieder eine höhere Hand in ihre Exiſtenz gewaltſam eingriff und ſie zur Wittwe machte. Ein tückiſches Fieber raffte in wenigen Tagen ihren Mann hinweg. Da der Vater Hudelfeldt's noch lebte, ſo ſtarb der Sohn mit Hinterlaſſung eines nur ge⸗ ringen eigenen Vermögens, welches der Wittwe eine nur ſehr beſcheidene Exiſtenz gewährte.
Leiſe rannen die Thränen über Helenens bleiche Wangen herab, wenn ſie in dem kleinen Garten des beſcheidenen Hauſes am Strande, welches ſie ſtatt der frühern prachtvollen Villa mit ihrem Vater zuſammen bewohnte, unter dem großen Lindenbaume, ihrem Lieblingsplätzchen, ſaß und das Glück überdachte, welches ihr hätte werden können, aber deſſen ſie Gott nicht gewürdigt hatte. Noch immer lag ein jungfräu⸗


