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licher Schimmer tugendhafter Reinheit auf den feinen Zügen der jungen kinderloſen Wittwe, nur war ihr Blick ernſter geworden, und einem Schleier gleich ruhte das Nachdenken auf ihrer Stirn. Allein zu ſein iſt ſchwer, ſchwerer noch wird die Einſamkeit durch die Erinnerung deſſen, was da war, was da iſt, was da ſein könnte. Wo war jener Mann, das immer noch geliebte Bild ihres Herzens? Hatte ihn, der wie das ſichtbare Verhängniß, das eherne Fatum ihren Lebensweg einſt durchkreuzt und ihm eine neue Rich⸗ tung gegeben hatte, gleichfalls ein trauriges Geſchick getroffen, oder lebte er glücklich? Vielleicht weilte er in den Armen eines geliebten Weibes, und das arme Mädchen in der deutſchen Stadt war ganz vergeſſen oder lebte nur noch zuweilen matt auf in ſeiner Erin⸗ nerung, ein blaßgefärbtes Bild thörichter Jugend⸗ liebe.
Arme Blume, der Sonne beraubt und des frucht⸗ baren Bodens, kann der Strahl des allbelebenden Ge⸗ ſtirns und der Thau des Himmels Dich noch wieder zu neuem Leben erwecken?


