182
Korporal Schaper.— Von dem traurigen Tage an, an welchem dann die Ueberlebenden Roß und Waffen abliefern, den Stecken in der Hand zurück in die Hei⸗ mat wandern mußten, will ich ſchweigen. Nicht rechten wollen wir mit dem Geſchehenen; Königgrätz iſt eben Gottesurtheil! Iſt auch manch hoffnungsvolle Saat in jener kurzen Zeit gemäht oder geknickt, manch kräftiges Leben unerbittlich ausgelöſcht worden, hat der Aus⸗ gang auch manches Einzelnen Pläne und Entwürfe ſcheitern gemacht, wenn es nur zum Heil des großen ganzen Vaterlandes geſchah! Mögen aller Wunden bald vernarben und neues Leben erblühen aus den Ruinen! Wenn Du die Blume ihrem Heimatsorte entreißeſt, dem Schatten des Waldes, dem Thau des Himmels und der belebenden Sonne entziehſt, um mit ihrem lieblichen Geruch und der Pracht ihrer Farben Dein Zimmer zu verſchönern, ſo kann ſie wohl eine Zeit lang blühen und duften, aber der Kern ihres Lebens iſt zerſtört, die freudige Kraft ihres Wachsthums iſt gebrochen, ſie kränkelt, welkt hin, in Sehnſucht nach der würzigen Luft der Freiheit, langſam und geduldig. Klagend nur durch die Haltung der Demuth, fällt ſie dem zum Opfer, der ſie ihrer Reize wegen geraubt.
ͤͤ


