Die Andern ſchauten ihm nach.„Ich begreife wirk⸗ lich nicht“, meinte der Lieutenant Möller kopfſchüttelnd, „wie Selbitz ſo zähe ſein kann mit dem Vieh. Weiß ich doch beſtimmt, daß er übermorgen einen Wechſel von fünfhundert Thalern zu bezahlen hat.“
„Aber was ſtehen wir hier nur auf dem triſten Platze ſo lange?“ rief der kleine Roſen gelangweilt. „Kommt, laßt uns frühſtücken, im Rathskeller gibt's friſche Auſtern.“
Die Beiden folgten Roſen's Rathe, während Selbitz indeſſen langſam davonritt. Da er die Beſtimmung hat, eine der Hauptperſonen dieſer Geſchichte zu wer⸗ den, ſo möge hier noch geſagt ſein, daß er zur Zeit, wo dieſelbe ſpielt, etwa in der Mitte der Zwanzig ſtand, eine gute Figur, ſonderlich zu Pferde, beſaß und ein gebräuntes, ernſtes, ausdrucksvolles Geſicht zeigte. Er war erſt ziemlich ſpät Soldat geworden. Anfangs für das Studium beſtimmt, war er ſchon auf der Uni⸗ verſität geweſen, ehe er auf den Wunſch ſeiner Aeltern und namentlich eines alten, reichen, kinderloſen Onkels, der ſeinen Neffen zum alleinigen Erben eingeſetzt hatte, ſich ebenfalls dem Wehrſtande widmete. Anfangs hatte er nur mit Widerſtreben ſich dieſem Wunſche gefügt und, obwohl er ſich bald in die neuen Verhältniſſe hineinlebte und alle Thorheiten ſeiner Kameraden treulich
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