ſobald nur ihr Chef außer Geſichtsweite war, eilten ſie wieder zuſammer und die alte Beſchäftigung nahm ihren Fortgang, bis die Glocke zehn ſchlug, zur allgemeinen Zufriedenheit, denn die Stunde des Einrückens hatte damit geſchlagen.
Der Burſche des Lieutenants von Selbitz erſchien indeſſen auf dem Hofe mit der ſchon erwähnten Fanny, der Stute ſeines Herrn.
„Wirklich ein kapitaler Gaul, Möller“, ſagte der eine der Offiziere, ein noch ſehr junger Lieutenant,„und ein Gänger dazu. Hat das Thier Knochen!“
„Ja, und dabei die reinſte Vollblutraſſe“, bemerkte ein anderer.„Der Oberſtlieutenant meinte ſelbſt geſtern, er ſtamme von der Eklipſe ab und damit direct von der Stute des Propheten.“
„Welches Propheten?“ fragte der junge Lieutenant Roſen neugierig.
„Nun des Propheten Jeremias, der darauf ſeine Klagelieder verfaßte, weil ſie zu hoch trabte.“
Alle lachten über den Lieutenantswitz.
„Hab' auch ein gutes Geld dafür geboten“, ſagte Möller.„Iſt doch ſchon ihre neun Jahre alt. Nun wie ſteht'’s, Selbitz? Neunzig, he?“
„Will mir's überlegen“, meinte dieſer und ſchwang ſich auf das feurige Thier.„Adieu.“


