kenner doch ein Geheimniß,— die Größe jenes Opfers, welches Lucinde der anerzogenen Ueberzeugung brachte!
Das Hochzeitmahl war vorüber, und auf Juſtus' Anregung ward nun gemeinſame Hausſchau gehalten. Der Herrin Fußtritt mußte in allen Räumen und Werkſtätten der Fabrik widerhallen; ſo forderte es die Bürgerſitte. Allenthalben ward die anmuthige Braut von den Arbeitern jubelnd empfangen, und ihrem Weg⸗ gange folgte das gemeinſame Lob ihrer Schönheit und Freundlichkeit.
Von der gewaltigen Halle des Gießhauſes führte zunächſt eine Thüre in die Werkſtätte Juſtus'. Es war ein luftiges, ſchönes Gemach voll bunten, künſt⸗ leriſchen Ausſchmuckes. Das große, bis zum Plafond⸗ geſims reichende Fenſter ließ den vollen Sonnenglanz ein, der nur durch den ringsum wuchernden Epheu angenehm gedämpft wurde. In der Mitte ſtand unter anderen plaſtiſchen Werken und Ornamentſtücken eine halbvollendete Gruppe zierlicher Najaden, welche für die Krönung eines öffentlichen Brunnens beſtimmt war. Die Gäſte waren entzückt über die anmuthige Aus⸗ ſtattung des Raumes ſelbſt, wie über die mancherlei Kunſtſchätze, die er barg. Um ſo auffallender war der
Contraſt, den das anſtoßende Zimmerchen bot. Es 17


