Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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pfindlich zu rächen, deſſen zweideutigem Spiele er den Bankerot ſeiner ſtolzeſten Plane verdankte.

Lucinde ſprach ſeinen tief verletzten Gefühlen die Berechtigung nicht ab. Sie bat ihn nur, daß er den Namen, den ſie trug, mit keinem Makel behafte, daß er den Gatten um ihretwegen ſchone. Die Verſicherung Julians, daß das Anſehen des gräflichen Hauſes unan⸗ getaſtet bleibe, da es ſich nicht um Enthüllung ent⸗ ehrender Verbrechen handle, genügte ihr nicht. In der Reinheit ihres Herzens galt ihr jede ſittliche Ent⸗ würdigung einem Verbrechen gleich. Um der Achtung willen, die ſie vor ihm ſelber hegte, um der Erinnerung ſchöner Tage um ihres Lucians willen flehte ſie ihn an, daß er den Riß nicht erweitere, der ohnedieß durch die Familie ging. Ihre Stimme bebte; ihr Auge floß von Thränen über, als ſie ihren ganzen Stolz verleugnete und ein Opfer verlangte, das ihr größer dünkte, als es wirklich war. Denn in der Seele Julians hatten die letzten Ereigniſſe und vor Allem die Scene mit Theobald längſt eine Um⸗ ſtimmung hervorgerufen, und er konnte ſich den Dank der Frau, die er ſo leidenſchaftlich liebte, leicht ver⸗ dienen.

Schwerer gelang es ihm, mit ſeinen wärmſten, heiligſten Gefühlen abzurechnen, als ihm Lucinde eine

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