3
7
diplomatiſche Gewandtheit des Grafen dazu, die Noth⸗ wendigkeit eines politiſchen Zuſammengehens einleuch⸗ tend zu machen, welches nach der allerhöchſten Anſicht die Berührung mit den ſchmutzigſten Elementen zur Folge haben mußte. La Rochelle wußte aber den Be⸗ weis zu liefern, daß die Einnahme eines Parteiſtand⸗ punktes unerläßlich ſei, um gewiſſe Ziele zu erreichen. Sei die Höhe gewonnen, ſo ſei es ein Leichtes, die Hand zurückzuweiſen, die uns über Klippen und Klüfte hin⸗ weg geholfen.
Unter ſolchen Verhältniſſen und Gegenſeitigkeiten übernahm Doctor Julian die Stelle als Rath im Mi⸗ niſterium. Der Graf hatte keineswegs die Gefahr unterſchätzt, die mit der Empfehlung dieſes Mannes verknüpft war. Er ahnte— ja er wußte, daß er ſich ſelbſt einen Nebenbuhler an die Seite ſetzte; aber er konnte nicht anders. Er war im Banne des Menſchen, den ein böſer Genius den Weg über die Schwelle ſei⸗ nes Hauſes geführt hatte.
Die Richtigkeit ſeiner Befürchtungen beſtätigte ſich auch früher, als er vermuthete. Mit unerhörter Raſch⸗ heit ſetzte ſich Julian in der Gunſt des Fürſten feſt. Er gewann deſſen Vertrauen, ohne ſich im mindeſten den Schein zu geben, als ob er darum buhle. Nie drängte er ſich vor; aber wo er auftrat, geſchah es mit


