Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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Die gleichen Beweggründe waren es, welche ihn der liberalen Partei des Landes näherten. Klar lag das Endziel der ultramontanen Beſtrebungen vor ſeinem herrſchſüchtigen Geiſte. Er wußte, wo er die gefährlich⸗ ſten Rivalen ſeiner Macht zu ſuchen hatte. Nur eine Verbindung mit ihren heftigſten Widerſachern ſchützte ihn vor dieſer Gefahr, und gab ſeinen Gegenbeſtrebungen das Anſehen politiſcher Berechtigung. Damit traf er zugleich die Sympathieen ſeines gnädigſten Fürſten, der die freiwillige Betheiligung des Grafen an den Staatsgeſchäften als ein perſönliches Opfer betrachtete und mit Vertrauen und Gunſt belohnte. Die Regie⸗ rungsgeſchäfte waren für die Durchlaucht eine Laſt, die ſie gern anderen Schultern aufbürdete.

Noch blieb aber eine Klippe zu umſchiffen, und wir müſſen den Lotſen bewundern, der auch hier das Fahr⸗ zeug richtig zu lenken wußte. La Rochelle verſtand die liberale Strömung der Zeit, und bis zu dem Punkte, wo ſie Beſtand und Vorrechte des Adels antaſtete oder an den ſouveränen Machtverhältniſſen rüttelte, glaubte er ſogar an ihre Berechtigung. Bei dem Fürſten war das nicht der Fall. Hatte ſeine Abneigung gegen den Klerus einen perſönlichen Charakter, ſo war ſein Wider⸗ wille gegen dasDemagogenthum dinglicher Natur, aber nicht minder heftig. Es gehörte alle Kunſt und