4 kommenheit an, daß man von der Norm ſeiner eigenen Empfindungen und Lebensanſchauungen ſo rückſichtslos abwich. Ja, er litt körperlich unter den Einwirkungen des Schattens, welchen der düſtere weſtliche Schloß⸗ flügel, darinnen ſeine Gattin reſidirte, auf den ſonnigen Trakt des neuen Schloſſes warf. Seine wachſende Ab⸗ neigung gegen„Pfaffen und Bonzen“, wie er ſie nannte, hatte nur dieſen äußern anregenden Grund. Ihre Triebfeder lag weder in den politiſchen noch religiöſen Anſchauungen des hohen Herrn.
Graf La Rochelle theilte— wiewohl aus anderen Motiven und mit klarerem Bewußtſein— dieſen Wider⸗ willen ſeines Gebieters. Darin lag zum großen Theile das Geheimniß der Gunſt, welche er genoß, und welcher ſchließlich ſelbſt der alte Freiherr von Frieſeneck trotz der perſönlichen Neigung des Fürſten zum Opfer fallen mußte. Aber noch ein anderes Räthſel findet in dieſem Umſtand ſeine Erklärung.
La Rochelle war der vollendetſte Ariſtokrat. Frei von dem Vorurtheile, welches den Privilegien des Adels einen vorweltlichen Urſprung zuſchreibt, trug er die feſte und volle Ueberzeugung von der hiſtoriſchen Be⸗ rechtigung, von der ſocialen Nothwendigkeit deſſelben⸗ Er wußte, daß ſeine Ahnen um dieſer Ueberzeugung willen von dem heimatlichen Herde verdrängt wurden


