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um ſie hat etwas Wohlthuendes, ja ſelbſt mehr poetiſch Anregendes, als der unmittelbare Verkehr.“
„Vorderhand fehlt mir der Sinn für dieſe Poeſie“, verſetzte die Gräfin lächelnd.„Laſſen Sie mich alſo in Gottes Namen ein wenig betrübt ſein! Sie verlaſſen uns ja auch, Julian?“
„Ich muß. Die Lehrjahre ſind abgelaufen—“
„Nun kommen die Hofrathsjahre! Der Tauſch wird Ihnen nicht ſchwer ſein.“
„Vielleicht doch, gnädige Gräfin. Der Wechſel der Rollen fällt hart, härter noch der Wechſel der Bühne.“
Lucinde blickte einige Momente nachdenkend vor ſich hin, dann fragte ſie raſch:„Wann werden Sie
Ihren eigenen Haushalt beginnen?“ „ Ich denke morgen.“
„Warum ſo ſchnell?— Ich weiß es, Julian. Sie ſind zu ſtolz— nein, zu empfindlich, um länger als Gaſt in unſerem Hauſe zu weilen.“
„Wenn nicht zu unſicher!“ erwiderte der Doctor, und trat, wie erſchreckt vor ſeinem eigenen Worte, einen Schritt zurück. Er ſchlug die Augen zu Boden und preßte die Lipven über einander, um die verrätheriſche Wallung ſeines Blutes gewaltſam zu unterdrücken.
Aber Lucinde war zu ſcharfſinnig, um ſich nicht der tieferen Bedeutung dieſer Worte augenblicklich be⸗
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