Teil eines Werkes 
1. Bd. (1870)
Entstehung
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fühlte er doch die Nothwendigkeit baldigſter Entfernung. Wenige Tage genügten zur Ordnung ſeiner Angelegen⸗ heiten und zur Gründung eines eigenen kleinen Haus⸗ haltes. Noch vor Schluß der Woche meldete er ſich zum Abſchied.

Lucinde empfing ihn in melancholiſcher Stimmung. Es war der erſte Tag, den ſie wieder außer dem Bette zubringen konnte. Sie ſah angegriffen aus; die Ver⸗ anlaſſung lag wohl mehr in der Gemüthsbewegung, als in dem kurzen Unwohlſein.

Kaum daß ich mich in die Einſamkeit zu fügen vermag! bemerkte ſie auf Julians erſte Frage nach ihrem Befinden.Ich fühle, daß ich mich an Ent⸗ behren und Entſagen erſt noch gewöhnen muß, und Sie wiſſen, wie ſchwer man in meinem Alter lernt!

Julian war um die Antwort verlegen, ſo nahe ſie lag. Die reizende Frau, der man trotz ihres Sträu⸗ bens ſchon im ſechzehnten Jahre die Myrthe ins Haar geflochten hatte, konnte an der Seite Lucians füglich als deſſen ältere Schweſter gelten. Aber gerade junge Frauen gefallen ſich in Anſpielungen auf ihr Alter, vielleicht nur, um einen wohlthuenden Widerſpruch hervorzurufen. Julian hinwider bewegte ſich nicht gerne auf Gemeinplätzen, und ſo nahm er ſeine Zu⸗ flucht zu den Briefen, welche er ſo eben von den beiden