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Bürgerſtolz hatten ſich zwiſchen Beide gedrängt. Jetzt erſt ward ſich die Wittwe der Berechtigung jener Schwäche ihres Gatten bewußt, gegen welche ſie während ſeiner Lebzeit vergeblich angekämpft hatte. Sie fühlte ſich als Erbin ſeines Standes, während es ihr an Allem ge⸗ brach, um die hieraus fließenden Anſprüche geltend zu machen. Darum kränkte ſie die Aeußerung des Schwagers.
Nach einer Weile fuhr dieſer fort:
„Ich weiß, daß kein Schick darin liegt, wenn ich zwiſchen Licht und Dunkel bei Euch zuſpreche. Komm ich ungelegen, ſo gebt mir kurzweg wieder den Laufpaß, Schwägerin.“
Das war unverkennbar gut gemeint. Die Amt⸗ männin hieß ihn bleiben, obwohl ihr die neuerliche, widerwillige Bewegung des Knaben nicht entgangen war.
„Ich habe reſpective was auf dem Herzen, Frau Walburg“, bemerkte der ehrſame Rothgießermeiſter, in⸗ deß er ſein ſtattliches Kinn ſtrich, und die Unterlippe ſchier bis zur Naſenſpitze emporzog. Das war das probate Mittel, womit er zuweilen ſeinem ſtets heiteren, jovialen Vollmondsgeſicht die Miene gravitätiſchen Ernſtes zu geben verſuchte.„Geſtern war Verſammlung des Hand⸗ werks vor offener Lade. Es wurde beſchloſſen, daß jeder Meiſter noch einen Lehrling aufnehmen dürfe,


