Teil eines Werkes 
1. Bd. (1870)
Entstehung
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Ich ſage Euch, Schwägerin, die Gilde geht mit der Zeit; ſie huldigt dem Fortſchritt.

Er hielt inne, als erwarte er eine Entgegnung. Als keine erfolgte, hob er wieder an:

Frau Walburg, Ihr wißt, Handwerk hat goldenen Boden. Wißt Ihr's nicht, könnt Ihr's an mir erfahren, Euer ſeliger Mann hat ſtudirt, abſolvirt, prakticirt. und hat's weit gebracht im Herrendienſt. Aber trotz aller Plackerei und Schinderei nagt ſeine Wittib am Hungertuch, mit Verlaub zu ſagen Das Handwerk iſt dankbarer; es nährt nicht bloß ſeinen Mann, ſon⸗ dern auch reſpective ſeines Mannes Weib und Kinder. Was meint Ihr damit, Herr Schwager? erwiderte die Amtmännin zaghaft.

Was ich meine? Nu, ich meine, daß ich ſeinerzeit mein Teſtament als Rothgießer leichteren Herzens machen werde, als es der hochfürſtliche Amtmann ge⸗ than hat. Mit Gunſt, Fraule, Eure Buben werden auf den Schulbänken mehr Hoſen abwetzen, als Ihr beim Schneider bezahlen könnt. Bis ſie ſich in den Schreibſtuben was verdienen, geht's dann noch alleweil unbändig lange her. Gebt mir Einen in die Lehre, ſo braucht Ihr dem andern den Brodkorb nicht ſo hoch zu hängen. In drei Jahren iſt er frei und ſteht ihm das ganze Univerſum offen. Das iſt die rechte Uni⸗