Teil eines Werkes 
1. Bd. (1870)
Entstehung
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ſeine Anſprüche geltend auch bei Wittwen und Waiſen. Darum war es ſo, daß ihr doch manche Thräne ins Auge trat, als ihr die Leute das eine und andere Stück liebgewordenen Hausraths davon ſchleppten. Wie viel freundliche Erinnerungen an vergangene Tage und vergangenes Glück wanderten damit über die Schwelle! So klein die Kammern ihres neuen Haushalts, ſo dünkten ſie ihr doch leer und unheimlich. Ihr ſchmerzten die Lücken in der Reihe jener Merkzeichen, die ihr bishin wie ein offenes Buch beſtändig vorgeplaudert hatten von den lichten und dunklen Stationen ihres Lebens. Jetzt ruhte auf dieſen geliebten Gegenſtänden ein frem⸗ des Auge, dem jedes Verſtändniß ihrer Bedeutung fehlte!

Der Tag neigte ſich zu Ende. Zwiſchen den Giebeln der gegenüberliegenden Häuſer hindurch drang noch ein Strahl der untergehenden Sonne in das Dachſtübchen der Wittwe. Er belegte die Fenſterſcheiben mit Glanz⸗ gold, und wob eine Lichtſäule von Millionen glitzernder Atome durch den dämmernden Raum. Sie ſtreifte die Stirn des Knaben, der in der Fenſterniſche ſaß, ein aufgeſchlagenes Buch im Schooße. Seine welligen blonden Haare ſchimmerten und umſäumten das fein⸗ geformte Geſicht wie mit einer Glorie. In der Tiefe des Zimmers machte ſich die Mutter zu ſchaffen. Hin und wieder fiel ihr Blick auf den Knaben. Dann ver⸗