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deren kleine Dachkämmerchen nur ſpärlich Raum boten für ſie und ihre beiden Knaben. Ihr war ein ſo karger Wittwengehalt angewieſen, daß ſie aller Enden ſparen mußte, um ihre Kinder rechtſchaffen erziehen zu können. Arzt und Apotheker hatten die kleinen Erübrigungen eines früheren glücklicheren Haushalts zum großen Theil aufgezehrt. Der Reſt floß in die Kirchen⸗ und Gemeinde⸗ kaſſe für Begräbnißkoſten. Auf welch' humanen, ſitt⸗ lichen Anſchauungen gründen ſich doch die Inſtitute der modernen chriſtlichen Geſellſchaft! Der Schmutz und die Fetzen am Bahrtuche, womit man die Leichen der Pariakaſte überdeckt, bilden einen mächtigen Hebel der Pietät. Sie locken den Heller aus der Sparbüchſe der armen Wittwe, die ſich und dem geliebten Todten die
Schande nicht anthun will, daß man ihn wie einen
Bettler zum Friedhofe trägt. Es liegt viel profane Weisheit in dieſer geiſtlichen Induſtrie, in dieſer Spe⸗ culation auf die Opferwilligkeit eines mit Trübſal ge⸗ ſchlagenen Herzens.
Das Leichenbegängniß des Gatten koſtete der Amt⸗ männin ſo viel, daß ſie ſelbſt einen Theil ihrer be⸗ weglichen Habe unter den Hammer des Auctionators bringen mußte. Beim erſten Anprall des Schmerzes meinte ſie wohl, allem äußeren Schmucke des Daſeins
forthin entſagen zu können. Aber das Leben macht 1*


