gends in Schriften und Urkunden des 17ten Jahrhunderts vorgekommen.
Zunftſtolz.
Es war in der Mitte des ſechzehnten Jahr⸗ hunderts, als der Sohn eines Goͤrlitzer Tuchma⸗ chermeiſters in die ſchoͤne Tochter eines Goͤrliz⸗ zer Barbiers ſterblich ſich verliebte und— wie
billig und recht— das holde Kind ehelichte.—
Dies fanden aber die Goͤrlitzer Tuchmacher nicht nur nicht billig und nicht recht— ſondern ſo entehrend fuͤr ihre Zunſt, daß ſie dem Vater
des gluͤcklichen Gatten deshalb das Handwerk
legen wollten.— 2
Sollte man wohl glauben, daß einſt der Zunftſtolz ſo weit gehen konnte.—
Um nun dergleichen Mesallianzen kuͤnftig ihre uͤbelwirkende Kraft zu nehmen, verordnete K. Ferdinand l. am 21ſten Januar 1552, die Barbiere kuͤnftig an allen Goͤrlitzer Zechen Theil nehmen zu laſſen.—
Glaͤubige.
Die traurige Witterung des Sommers 1818 hat bekanntlich in mehrern katholiſchen Laͤndern das Halten oͤffentlicher Gebete veran⸗ laßt. So ſtand denn unter andern auls Paris geſchrieben: Bei den geſtern gehaltenen vierzigſtuͤndigen Gebeten hatte ſich eine große Menge Glaͤubige einge⸗ funden. 4
Ein Kaufmann, der dieſen Artikel in einer
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