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In einer Verordnung des Zittauer Rathes von 1353 heißt es unter andern: Kein Buͤrger ſolle ſpitzige Schuhe tragen, wenn er nicht gewaͤrtig ſeyn wolle, daß man ihm die Schuh⸗ ſpitzen abhaue; die Kleider ſolle man wenig⸗ ſtens ſo lang tragen, daß ſie die Schande bedeck⸗ ten; keine Frau oder Jungfrau ſolle Koͤgeln (Tuͤrkenbundartige Hauben mit ungeheuerm Kopf⸗ putz von Baͤndern und Tuͤchern) tragen, indem dieſe kuͤnftig nur des Zuchtmeiſters und des
Henkers Maͤgden zu tragen geboten
wuͤrden.— Das war doch eine durchgreifende Maßregel. 6
Hausvaͤterliche Strenge. Der Goͤrlitzer Buͤrger meiſter Georg Emm⸗ rich, welcher 1480 das ſogenannte heilige Grab zu Görlitz anlegen ließ, war ein ſo
wohlhabender Mann, daß Luther ihn ſcherzweiſe
nur den Goͤrlitzer Koͤnig nannte; und doch ließ dieſer Emmrich einſt, als er eben das Buͤrgermeiſter⸗Amt verwaltete, ſeine eigne Haus⸗ frau nebſt Toͤchtern durch den Thuͤrſteher aus
der Kirche fuͤhren, weil ſie„mit gar zu
breiten Boͤrteln auf dem Haupre, ſo doch in der Stadt⸗Willkuͤhr verboten geweſen, ins Gotteshaus gekommen.“ — Ehrlicher Emmrich! wenn Du die Boͤrteln auf den Haͤuptern und Schultern der jetzigen—
nicht etwa Buͤrgermeiſters⸗— ſondern Buͤrgers⸗ 3 Toͤchter, ja wohl Buͤrgersdienſtmaͤdchen ſehen
Kleider⸗Polizei im 14. Jahrhundert.


