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nur in Heiduckenlivree gewoͤhnlichen Hoflakaien⸗ dienſt zu thun. Das muͤßige Leben aber maͤſte⸗ te ihn, und ſo ward er denn bald ſo dick und lang, daß er ſich herrlich zu einem Kammer⸗ tuͤrken eignete, welche Stelle er auch 1720 ſchon erhielt und bis an ſein ſeliges Ende be⸗ kleidete. Die tuͤrkiſche Tracht ließ ihm trefflich. Der Koͤnig hatte ihn gern um ſich, weil er mit der groͤßten Treue und Ehrlichkeit eine Gerad⸗ heit ſondergleichen verband, die nicht ſelten Stoff zum Lachen gab. Auf den damals ſo haͤufigen Rei⸗ ſen nach Warſchau durfte der lange Gottlieb nie fehlen, und die polniſchen Staroſten und Mag⸗ naten ergoͤtzten ſich nicht wenig an dem Lungw 1z⸗ zer Tuͤrken. Von ſeinem bisweilen ziemlich derbdrolligem Thun und Weſen erzaͤhlte man ſich eine Menge Anekdoten. Eine der drolligſten trug ſich bei einem Landtage in Warſchau zu.
Die Tafel zu ſehen, welche der Hof am Ta⸗ ge der Landtageroͤffnung gab, war der Zudrang der Neugierigen ſo ungehener, daß ſelbſt die Ge⸗ ladenen, trotz den platzmachenden Garden, nicht ſelten Muͤhe hatten, ſich durchzuarbeiten. Der lange Gottlieb aber durfte am Eingange zum Speiſeſaale nie fehlen, ſo verlangte es ſein Dienſt. Dem gemaͤß hatte er auch diesmal Platz genommen in der Mitte der, einen Kreis


