Part 
2. Bändchen (1821)
Place and Date of Creation
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

201

weſenden, langen Schlingels ein, beſprach ſich ſo recht liebreich mit ihr, troͤſtete ſie uͤber die ſchlechten Zeiten und ihre kuͤmmerliche Lage und gewann bald ihr ganzes Zutrauen. End⸗ lich lockte er ihr ſogar die Geſchichte mit dem Antrage des Capitaͤns Seyfried wegen ihres langen Gottliebs ab, gab ihr vollkommen Recht, daß ſie ihr einziges Kind nicht den Sol⸗ daten, geſchweige unter die Berliner Grenadiers geben wollte, und ſchimpfte tuͤchtig mit auf den Hauptmann Seyfried, wie auf den Oberſten Rauſendorf, der jenen angetrieben, lange Leute fuͤr den Brandenburger Kurfuͤrſten zu ſchaffen. Indeß kam der lange Gottlieb vom Felde. Der Oberſte erſchrack faſt vor dem Rie⸗ ſen denn ſo eine Lange war ihm noch nicht vorgekommen fand ſich aber deshalb nur noch mehr veranlaßt, ſeinen Plan durchzufuͤhren.

Mutterchen ſagte er, nachdem er den Enacksſohn bewillkommt und dieſer wieder ſich entfernt hatte Mutterchen! was fuͤr einen

Schatz haſt Du doch in Deinem wohlgewachſe⸗ nen Sohne! Um den Menſchen waͤr es wohl Schade, wenn der unter die Sol⸗ daten ſollte; den koͤnnte ich Dir bei Hofe koſtbar anbringen und dann blieb er auf immer vom Soldatenrocke frei.