le und ſchreie, wenn er nne kein Wort vom Soldatenwerden ihres Sohnes fallen laſſe.
Der Oberſte, Hans von Rauſendorf, ein alter, gutherziger Mann, der nicht gern Je⸗ mand wehe that, ſchrieb dem Capitaͤn mit duͤrren Worten:„Seinen Brief, mein lieber Capitän Seyfried, vom wegen des langen Schling els in Abtei⸗Lungwitz, habe richtig erhalten, und dan⸗ ke Ihm ſchoͤnſtens fuͤr die gehabte Attention vom wegen des koͤniglichen Befehls in puncto der langen Mannſchaften. Wenn aber der Kerl quaestionis nicht will und die Mut⸗ ter auch nicht will, ſo laß Er die Eſel in ihrem Stalle. Ich mag mir nicht Thraͤnen und Seufzer aufladen wegen der Berliner großen Grenadiers⸗Gar⸗ de. Wie muͤßten wir thun, wenn Er den lan⸗ gen Schlingel nicht par hazard geſehen. Es bleibt alſo dabei, der lange Kerl bleibt wo er iſt, ſo wie ich verbleibe ſein dienſtwilliger Serviteur; der Oberſte von Rauſen⸗ dorf. Datum Chemnitz, den 16. Sept. 1715.“
So ſchien nun die Sache abgethan, war es aber nicht. Der Oberſte, welcher oft in Dres⸗ den und dann allemal bei Hofe gern geſehen war, ſpeiſete kurz nachher beim Koͤnige, und erzaͤhl⸗ te der Oberkammerherrin von Loͤwendal, in ſeiner


