Mit den Heiligenbildern aber hatt' es eine
ganz eigene Bewandniß. Vor einer Betkapelle
an der Heerſtraße, unfern des Dorfes, ſtand
ein heiliger Nepomuk und eine heilige Wan⸗ delburgis, welche vor mehr denn hundert Jah⸗
ren ein frommer Hirt des Paſſeyer Thales lebensgroß hatte malen laſſen, aus Dankbarkeit, daß er durch die Heiligen errettet ward aus großer Noth. Denn ſchier zehn Mal war er
gezogen gen Alp und von Alp, ohne daß er ſeinen
reichen Eltern im Zirler Thal vor Augen kom⸗ men durfte ob der Liebe zu einer armen Maid, ſeiner herzinnig geliebten Hausfrau. Als er aber einſt unter freiem Himmel an der Land⸗ ſtraße recht inbruͤnſtig gebetet mit Weib und Kindern zum heiligen Nepomuk: daß er ihm wieder zuwenden ſollte des Vaters Segen, der Haͤuſer baue den Kindern— und zur hei⸗
ligen Wandelburgis: daß ſie abwenden ſolle der Mutter Fluch, der ſie niederreiße, da
kamen des andern Morgens, getrieben vom hei⸗ ligen Geiſte der Vergebung und Eintracht, Va⸗ ter und Mutter in ſeine Huͤtte und ſprachen der Eine: Sohn, Unfrieden bringt Unſe⸗ gen!— Und die Andere: Selig ſind die Friedfertigen!— und umhalſeten ihn und ſein Weib und wurden mit Beiden und
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