Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Chriſttaze mit Dunkel das Erdreich und Fin⸗ ſterniß die Voͤlker bedeckt hatte. Jeden Augen⸗ blick drohte der Wagen in Abgruͤnde zu ſtuͤrzen, die, ungluͤcklicher Weiſe, bei dem Scheine ei⸗ ner Fackel, die Reiſenden angaͤhnten wie offene Graͤber. Eisluft durchpfiff den Wagen und Sturm hauſete in den Wipfeln der Tannen, als ob ſie zuſammenbrechen muͤßten uͤber die geaͤngſteten Reiſenden. Die Baronin duldete im Stillen. Der Baron aber, ſich denkend da⸗ heim, wie er jetzt ſitzen koͤnne im Lehnſtuhl, hinter ſich knatterndes Kaminfeuer, vor ſich Chriſtſtoln und Marzipan war rein außer ſich und mit jedem Odemzuge wuͤchs ein Reiß mehr in der vaͤterlichen Zornruthe gegen den, der allein Schuld war an all dem Jammer.

Dieſer liebeſelige Boͤſewicht bereitete indeß in der friedlichen Huͤtte eben Alles zum froͤh⸗ lichſten Weihnachtsfeſt, waͤhrend der Wagen mit dem vaͤterlichen Stoͤrenfried immer naͤher rollte. Gluͤcklich mit Arabella, gluͤcklich mit ſeinen Kindern, war Maler Max in dieſen Tagen ge⸗ rade uͤbergluͤcklich, denn mit dem Malen zweier Heiligen hatte er ein feines Suͤmmchen gewon⸗ nen, und damit Kraft: Gattin und Kindern das lieblichſte aller Feſte, mit Freude geben and Freude nehmen, zu vergolden.