Teil eines Werkes 
3. Bd. (1861)
Entstehung
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ſie in der Dunkelheit ſich nach Hilfe umſahen und keine fanden.

Sie ſchwamm jetzt auf glattem Waſſer, vielleicht weit drinnen auf den überflutheten Feldern. Keine unmittelbare Gefahr hinderte ſie, im Geiſt die alte Heimath zu beſuchen, und ſie ſtrengte ihre Augen an, um durch den Vorhang der Finſterniß die Stelle zu erkennen, wo ſie ſich befand, und ſich daraus einen Schluß über die Lage des Platzes zu bilden, welcher der Mittelpunkt aller ihrer Beſorgniſſe war.

O wie willkommen war ihr jetzt die Weite der unheimlichen Waſſerfläche, das allmähliche Lichter⸗ werden des wolkigen Firmaments, die ſchärfere Ab⸗ gränzung der ſchwarzen Gegenſtände über der ſpiegel⸗ glatten dunklen Ebene. Ja, ſie mußte draußen in den Feldern ſein denn dort konnte ſie die Wipfel der an den Hecken ſtehenden Bäume unterſcheiden. In welcher Richtung lag wohl der Fluß? Sie ſchaute hinter ſich und ſah die Reihen ſchwarzer Bäume; vor ihr war nichts dergleichen vorhanden; hier alſo mußte der Fluß ſein. Sie ergriff ein Ruder und begann mit der Kraft der erwachenden Hoffnung das Boot vorwärts zu treiben. Die Däm⸗ merung ſchien ſich raſcher zu verbreiten, nun ſie in Thätigkeit war, und ſie konnte bald die armen ſtum⸗ men Thiere unterſcheiden, welche ſich auf dem Hügel, zu dem ſie ihre Zuflucht genommen, furchtſam zu⸗ ſammen drängten. Sie ruderte im lichter werdenden Morgen weiter und weiter. Ihre naſſen Kleider lagen ihrem Leibe dicht an, ihr triefendes Haar flatterte im Wind, aber körperlich war ſie kaum einer anderen Empfindung ſich bewußt, als der der Kraft,