Teil eines Werkes 
3. Bd. (1861)
Entstehung
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Dir haſt und nicht mehr die Kleider der Koſtmädchen auszubeſſern brauchſt.“

„Du haſt wohl Recht, Lucie,“ entgegnete Maggie, „aber es ergeht mir, wie es meiner Vorſtellung nach wohl dem armen unſteten weißen Bären ergehen müßte, den ich in der Menggerie ſah. Ich dachte mir, die Gewohnheit des ewigen Vor⸗ und Rück⸗ wärtsgehens in dem engen Raum müſſe ihn ſo dumm gemacht haben, daß er nicht umhin könne, es fort⸗ zuſetzen, wenn man ihn auch frei ließe. Wenn man unglücklich iſt, ſo nimmt man üble Gewohnheiten an.“

„Du ſollſt es aber jetzt gut kriegen, und in die⸗ ſer Schule wirſt Du bald die üble Gewohnheit ab⸗ legen,“ entgegnete Lucie, zerſtreut den ſchwarzen Schmetterling an ihre eigene Bruſt ſteckend, während ihre Augen liebevoll auf Maggie hafteten.

„O Du herziges kleines Weſen!“ rief Maggie in einem Ausbruch bewundernder Innigkeit,„Du biſt ſo ſelig in dem Glück Anderer, daß ich faſt glaube, Du könnteſt des eigenen entrathen. Wollte Gott, ich wäre wie Du.“

„Ich bin nie in dieſer Weiſe verſucht worden, ſondern immer glücklich geweſen,“ entgegnete Lucie. „Ich weiß nicht, ob ich viel Kummer ertragen könnte, und bin auch nur ein einziges Mal davon heimgeſucht worden, als meine arme Mamma ſtarb. Doch Du haſt viel durchgemacht, Maggie, und ich bin über⸗ zeugt, Du haſt für Deinen Nebenmenſchen ſo viel Mitgefühl, wie ich.“

„Nein, Lucie,“ ſagte Maggie, langſam den Kopf ſchüttelnd,„ich kann mich ihres Glückes nicht ſo er⸗ freuen, wie Du; denn ich müßte dann zufriedener