Teil eines Werkes 
3. Bd. (1861)
Entstehung
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ſein. Ich fühle für andere Leute, wenn ſie in Noth ſind, und könnte es wohl nicht über's Herz bringen, Jemand unglücklich zu machen; aber ich möchte mich oft ſelbſt haſſen, daß ich bisweilen ſo böſe werde, wenn ich Andere glücklich ſehe. Und dies verſchlim⸗ mert ſich leider mit den Jahren— ich werde ſelbſt⸗ ſüchtiger, und dies macht mir bitteren Kummer.“

„Maggie, ich glaube kein Wort von dem, was Du ſagſt,“ erwiederte Lucie im Ton des Verweiſes. „Dies iſt nur eine düſtere Einbildung— eine Folge Deines langweiligen, mühſeligen Lebens.“

„Möglich,“ ſagte Maggie, die, während ſie ſich im Seſſel zurücklehnte, die Wolken auf ihrem An⸗ tlitz durch ein klares Lächeln zu verſcheuchen ſuchte. „Vielleicht rührt es von der Penſionatskoſt her— wäſſeriger Reisbrei mit keinem andern Gewürz als Nelkenpfeffer. Hoffen wir, daß es beſſer wird bei den Törtchen meiner Mutter und bei dieſem köſtlichen Gottfried Crayon.“

Maggie nahm das„Skizzenbuch“ auf, das auf dem Tiſche lag.

„Kann ich mich auch ſehen laſſen mit dieſer klei⸗ nen Broche?“ fragte Lucie, vor den Spiegel tretend, um ſich von der Wirkung dieſes Schmuckes zu über⸗ zeugen.

„Oh nein; Mr. Gueſt läuft aus dem Zimmer, wenn er Dich darin ſieht. Tummle Dich, eine an⸗ dere vorzuſtecken.“

Lucie eilte aus dem Gemach; aber Maggie be⸗ nützte dieſe Gelegenheit nicht, um ihr Buch zu öff⸗ nen, ſondern ließ es auf ihre Kniee fallen. Ihre Augen wanderten nach dem Fenſter, durch das ſie