Teil eines Werkes 
3. Bd. (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

außer Dir, Maggie, irgend Jemand etwas von dem Stand meiner Gefühle wüßte.“

„Oh, und wenn er Dir nicht gefällt, ſo kannſt Du ihn ja aufgeben, da ihr noch nicht verſprochen ſeid,“ ſagte Maggie mit einer ſcherzhaft ernſten Miene.

„Es iſt mir lieber, daß noch kein Verſpruch ſtatt⸗ gefunden hat. Iſt man einmal verlobt, ſo denkt man an die nahe Hochzeit,“ bemerkte Lucie, welche zu ſehr in Gedanken war, um auf Maggie's Scherz zu achten,„und ich möchte, daß es noch eine Weile ſo fortginge, wie jetzt. Bisweilen wird mir's ganz Angſt davor, Stephen könnte ſagen, er habe mit dem Papa geſprochen, und eine Aeußerung, die letzt⸗ hin dem Papa entfiel, gibt mir die Ueberzeugung, daß er und Mr. Gueſt eine Erklärung von ſeiner Seite erwarten. Auch ſind Stephens Schweſtern jetzt ſehr höflich gegen mich. Ich glaube, anfangs hatten ſie nicht Luſt, mir viel Aufmerkſamkeit zu ſchenken, und dies war auch natürlich. Ein ſo unbedeutendes kleines Ding, wie ich bin, paßt nur ſchlecht in eine ſo große Wohnung, wie das Parkhaus iſt.“

„Aber man erwartet doch nicht, daß die Leute wie die Schnecken im Verhältniß zu der Größe der Wohnungen ſtehen ſollen, in denen ſie leben?“ ver⸗ ſetzte Maggie lachend.„Sind Mr. Gueſts Schwe⸗ ſtern Rieſinnen?“

„d nein, und auch nicht ſchön— das heißt, nicht ſehr ſchön,“ ſagte Lucie in halber Reue über ihre liebloſe Bemerkung.„Aber er iſt— wenigſtens gilt er allgemein als ſehr hübſch.“