Teil eines Werkes 
3. Bd. (1861)
Entstehung
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fraß, und ſah mit Luſt zu, wenn ihre Kanarienvögel mit ihren Schnäbeln im friſchen Hanfſamen kniſterten oder das Eichhörnchen die ihm gereichte Nuß mit ſeinen meiſelartigen Zähnen befeilte.

Hatte nicht Stephen Gueſt Recht, wenn er mit aller Entſchiedenheit ſeine Anſicht dahin ausſprach, dieſes achtzehnjährige Jungfräulein ſei ganz der rechte Schlag, den zu heirathen ein Mann nie zu bereuen Urſache haben werde? ſolch ein Frauenzimmer, das auch andere Frauenzimmer liebte und für ſie ſorgte, nicht mit Judasküſſen ſpielte und ſcheele Blicke nach den willkommenen Mängeln ihrer Freundinnen warf, ſondern mit wahrem Eifer, mit zarter Rückſicht für ihre halbverborgenen Leiden und Kränkungen in glücklichem Vorgenuß der kleinen Freuden ſchwelgte, die ſie für ſie bereit hielt? Doch vielleicht lag der Hauptgrund ſeiner Bewunderung nicht eben in dieſer ſo ſeltenen Fraueneigenſchaft möglich, daß ihm ſeine Wahl hauptſächlich nur deßhalb ſo löblich erſchien, weil die junge Dame ihm nicht als eine ſo merkwürdige Rarität vorkam. Ein Mann hat es gern, wenn ſeine Frau hübſch iſt; gut Lucie war hübſch, aber nicht eben zum Närriſchwerden. Ein Mann liebt es, wenn ſeine Frau ſanft, liebevoll, gebildet und mit etwas Geiſt begabt iſt; dieſe Eigenſchaften waren bei Lucie vorhanden. Stephen wunderte ſich daher nicht, daß er in ſie verliebt wurde, und wußte recht wohl, warum er ſie der Miß Leyburn, der Tochter des Parlamentsmitglieds für die County, vorzog, ob⸗ gleich Lucie nur die Tochter eines untergeordneten Aſſociés in dem Geſchäft ſeines Vaters war; dazu kam noch, daß er gegen eine kleine Ungeneigiheit