Teil eines Werkes 
3. Bd. (1861)
Entstehung
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erging es Lucien ſo, und man wird es hoffentlich

nicht als einen Beweis einer alle zarteren Regungen

überwiegenden Citelkeit betrachten, wenn wir ſagen, daß ſie ihren Blick nach dem Spiegel hingleiten ließ, als ihr Spaziergang ſie an demſelben vorbeiführte.

Der Wunſch, ſich zu überzeugen, daß man während einer Unterhaltung von einigen Stunden nicht wie ein abſolutes Schreckbild ausgeſehen hat, dürfte wohl in das Gebiet einer löblichen, wohlwollenden Rück⸗

ſicht für Andere fallen. Und Lucie hatte ſo viel von

dieſem Wohlwollen in ihrem Weſen, daß ich geneigt

bin, zu glauben, auch die kleinen Züge von Eigen⸗

liebe, die ſich vielleicht an ihr bemerklich machten, ſeien davon durchdrungen geweſen, wie es ja be⸗ kanntlich umgekehrt auch Leute gibt, deren kleine

Züge von Wohlwollen einen ſehr ſtarken Beigeſchmack

von Egoismus haben. Sogar jetzt, während ihr jungfräuliches Herz triumphirend klopft, in dem Be⸗ wußtſein, geliebt zu werden von der Perſon, welche ihr in ihrer kleinen Welt als die bedeutendſte erſcheint, kann man in ihren nußbraunen Augen die ſtets an⸗ weſende ſonnige Milde erkennen, in welcher das momentane Aufflackern perſönlicher Eitelkeit völlig

untergeht, und wenn ſie ſich glücklich fühlt in dem

Gedanken an ihren Verehrer, ſo hat dieſes Gefühl ſeinen Grund in dem Umſtand, daß ſie dabei all der Liebe und der Liebesdienſte gedenken darf, wo⸗ mit ſie ihre friedlichen Tage auszufüllen bemüht iſt. Selbſt jetzt blickt mit jenem plötzlichen Wechſel, der

5 zwei Gefühlsſtrömungen als gleichzeitig erſcheinen

läßt, ihr Geiſt ohne Unterlaß von Stephen weg auf Eliot, Die Mühle am Floß. III. 2