Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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Major. Kurz, man trat in Unterhandlung mit Cuſtine, und übergab die Stadt, zum Schreck und Staunen aller Welt. Hätte man jetzt nur noch bekannt, daß man dem Wohl von Mainz die perſönliche Ehre zum Opfer ge⸗ bracht habe! Aber nein! Man fühlte wohl, was man gethan, und ſah ſich nach einem Sündenbock um, dem man unter den Augen des erſtaunten deutſchen Reiches die Sündenſchuld aufbürden könnte. Und ſieh! da fand ſich wie gerufen der Major Eickemeyer, der allein einen vor⸗ lauten und beſchämenden Muth an den Tag gelegt hatte, und gerade auch im Kriegsrathe der einzige bür⸗ gerliche Tölpel geweſen war. Daß der auf ihn geworfene Verdacht leicht an ihm haften blieb, iſt zum Theil Eicke⸗ meyer's eigene Schuld: der Treubruch ſeines deutſchen Herzens, den er durch Annahme eines dem Reich feind⸗ lichen Degens beging, ſtellte ihn mit Recht bloß. Man irrte nur darin, daß man ein franzöſiſches Generals⸗Pa⸗ tent für Belohnung gewiſſer Dienſte anſah, während es von Seite Cuſtine's nur eine Anerkennung der Brauch⸗ barkeit Eickemeyer's, und für den unglücklichen Mann ſelbſt der nächſte, damals vielleicht einzige Weg war, eine be⸗ drängte Familie zu erhalten. So ſteht nun Eickemeyer als Verräther der Feſtung Mainz vor der erſt entſetzten und nun deſto lebhafter ſchmähenden Welt da, die— möcht' ich ſagen, durch den Staub des zuſammengebroche⸗ nen Reichsbollwerkes den wahren inneren Verrath nicht erkennen konnte.

Franz Karl erhob ſich, und winkte dem Burſchen, der ſein Pferd führte. Eine heftige Debatte entſpann ſich am Tiſche. Die Seitenhiebe des Freundes auf die adeligen