Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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48 des überfüllten Saals über den jetzigen Zuſtand Deutſchlands und über die Erbärmlichkeit der jetzt regierenden Herren, und ſuchte darzuthun, daß eine funkelneue Herrſchaft gebo⸗ ren werden müſſe. Gut und geiſtreich geſprochen war's: wenn aber der Club der Mutterſchoos dieſer neuen Herr⸗ ſchaft werden ſoll, ſo befürchte ich eine ſchmähliche Geburt, und der neue Freiheitsbaum, in den republikaniſchen Staat eingepflanzt, verſpricht uns ſo viel jammervolle Deſpoten abzuſchütteln, als er in ſeinem heimatlichen Waldboden Fichtenzapfen getragen hätte.

Böhmer ward heftig, ſprang auf, ſetzte ſich wieder, und handirte zu ſeinen Redensarten ſo ungeſtüm über den Tiſch, daß Thereſe, ihr Theegeräth zu ſchützen, die Hände darüber hielt, wozu ihr Karoline lachend beiſtand.— Was haben Sie gegen den Club? fragte er wiederholt. Wie hab' ich vorhin geſagt, Karoline? Der Club iſt das Schickſal für Mainz!

Hoffentlich ſind Sie kein Prophet! ſagte Forſter kurz.

Und wiſſen Sie, fuhr Böhmer fort, Ihr ungerechtes Vorurtheil widerlegt ſich durch den wachſenden Zudrang zu demſelben. Strömt nicht ganz Mainz dahin und ver⸗ räth uns eine Empfänglichkeit für die neue Wohlthat der Freiheit, wie wir kaum erwartet hatten? Wir, Forſter, die dies mainzer Völkchen früher gekannt haben. Es ge⸗ hörte ſtets zu den Reptilien, zu den kriechenden Geſchöpfen.

. Nun ja! erwiderte Forſter mit Würde, der Mainzer iſt nicht unempfänglich fuͤr Neues und Närriſches. Neh⸗ men wir aber unſeren Jakobinern den Schimmer, den der erleuchtete Verſammlungsſaal— alſo noch ein Reſt von Fürſten⸗Nimbus!— um ſie verbreitet und die weſentli⸗