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Mein ehrlicher Phantaſt iſt in der Klemme, und ſeine brave Frau muß ihm die Noth erleichtern! Sie ſind ein Ehrenmann, Herr Baron, und Böhmer bittet Sie um Ver⸗ zeihung wegen eines Mißverſtändniſſes! Sie vergeben ihm?
Um ſo mehr, liebe Frau Profeſſorin, lächelte Franz Karl, als der Bürger Böhmer mich nicht kannte, alſo dieſe Figur, die ich hier vorſtelle, nicht beleidigen wollte.
Richtig! Das nennt man Logik! verſetzte ſie. Um⸗ armen Sie mich, zum Zeichen der Verſöhnung!
Der junge Freund, mehr verwundert als betreten, reichte ihr die Hand; ſie aber, nicht zufrieden damit, um⸗ faßte und küßte ihn mit den Worten: Bruderkuß für meinen Mann!
Aber, Karoline! rief Frau Thereſe mit erröthendem Vorwurf; worauf Böhmer lachend verſetzte:
Laſſen Sie meine Frau gewähren, Bürgerin Forſter! In ihren Umſtänden darf ſie ſich kein Verlangen verſagen, und mir macht es wahren Juks, je mehr Freiheiten ſie ſich nimmt,— der ſympathetiſchen Wirkungen wegen auf unſeren Sohn, dem durch die Freiheiten der Mutter der wahre Freiheitsſinn ins Blut und Herz gepflanzt wird. Der Bube ſoll mir ein echter Gracchus werden, jenem Römerpaare ähnlich, das für die Wohlfahrt des Volkes zum Opfer fiel.
Und welchen von dieſen beiden Gracchen willſt du zu Gevatter bitten, George? fragte Frau Böhmer, die keine Gelegenheit vorüberließ, ihren Mann zu ſchrauben.
Mir einerlei, Karoline! erwiderte dieſer, ob's der Ti⸗ berius Sempronius oder der Cajus Gracchus iſt. Wel⸗
cher dir am beſten gefällt. Du haſt die Wahl.


