Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ter und vereinzeltem Pfeifen aufgenommen wurde. Die Clubiſten umarmten einander, und reihten ſich paarweiſe zu einem Umzuge um den Freiheitsbaum, wobei einige ſich zum Walzen umfaßten, andere die vergnügteſten Bock⸗ ſprünge machten.

Franz Karl und Forſter hatten ſich zufällig im Ge⸗ dränge gefunden und ſahen dem Vorgang von einem Treppenſteine zu. Sie unterhielten ſich mit Erasmus Lennig, der hier im Hauſe eines Bekannten ein Fen⸗ ſter des Erdgeſchoſſes eingenommen hatte. Der Baron beklagte, daß er den Herrn von Bibra im Zuge die⸗ ſer Narren erblicken müſſe; worauf Erasmus lächelnd er⸗ widerte:

Mein Herr Vicedom ſpielt den Klugen! Er dachte anfangs wacker auszuhalten, und hat darüber den Augenblick der Flucht verſäumt. Nun maskirt er ſich, bis er eine günſtige Stunde findet, Mainz zu verlaſſen. Er wird ſich dann nach Fulda machen. Aber da ſehen Sie ein⸗ mal, welche ſeltſamen Verkoppelungen die neue Freiheit zuwege bringt! Dort, Herr Baron, im paarweiſen Zuge der Clubiſten! Da geht der Pfarrer Rumpel mit dem Juden Iſaak Bär aus Weißenau, der verarmte Schneider Bohmensritter führt ſich am Doctor Hagen, der verlau⸗ fene Auguſtiner Hornung hüpft neben dem Kaufhaus⸗ knechte Gutenſohn!

Ein neues Gelächter brach hier und dort hinter der abziehenden Feierlichkeit aus. Und wie die Menge nach⸗ folgte, bemerkte Lennig einen ihm bekannten Juden, den er heranwinkte.— Nun, Moſes Hecht, ſagte er, was ſagſt du zu dem Baum dort, zu dem aufgeputzten Frei⸗

——